Der Konvoi

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EnitÀt/en: JW-34 & DE-229

Hintergrund: Die erste bekannte Begegnung eines Menschen mit der/den EntitĂ€t/en geschah in den Morgenstunden des 12. November, 1953, circa 300 Kilometer westlich von Bergen (Norwegen). Gegen 3:15 Uhr, bei relativ ruhiger See, erhielt das norwegische Frachtschiff 'Stavanager' eine Reihe von Nachrichten auf offener Frequenz. Obwohl diese offenbar in Morsecode gesendet waren, bekam 'Stavanger's Besatzung bei ihrer Übersetzung keine sinnvollen SĂ€tze heraus. Der KapitĂ€n der 'Stavanger' entschloss sich, ein rund 50 Kilometer entferntes Schiff der Norwegischen Marine, die 'Thor', zu benachrichtigen, erhielt jedoch keine Antwort.

Wenig spÀter, gegen 3:25 Uhr, meldete ein Besatzungsmitglied der 'Stavanger' einen dichten, aufziehenden Nebel. Nach weiteren 15 Minuten war die 'Stavanger' in dessen Mitte, wobei der Nebel die Sicht auf schÀtzungsweise 500 Meter beschrÀnkte. Zur selben Zeit meldete ein Matrose am Bug die Sichtung mehrerer schiffsÀhnlicher Umrisse auf der Backbordseite des Schiffes, die sich langsam richtig Nordosten bewegten.

FĂŒnf Minuten spĂ€ter, um 3:45 Uhr, meldeten mehrere Matrosen, die mit FernglĂ€sern zum Bug beordert worden waren, dass einer der Umrisse sich von den anderen zu lösen schien. Kurz darauf meldeten sie, dass der Umriss grösser werde, als wĂŒrde etwas auf die 'Stavanger' zukommen. Der KapitĂ€n befahl, einen Funkspruch abzusetzen, um die mutmaßlichen Schiffe zu identifizieren, bekam jedoch wieder keine Antwort. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Umriss soweit angenĂ€hert, dass die Matrosen es eindeutig als Schiff identifizieren konnten.

Eine kurze Zeit spÀter passierte das unbekannte Schiff die 'Stavanger' auf der Backbordseite, auf einer Entfernung von weniger als 300 Metern, sodass die Besatzung eindeutig seine Umrisse identifizieren konnte. Zum selben Zeitpunkt meldete ein Matrose, mehrere "Platsch"-GerÀusche aus der Richtung des Schiffes gehört zu haben. Als das unbekannte Schiff die 'Stavanger' nach kurzer Zeit passiert hatte, verschwand sein Umriss sowie alle anderen Umrisse in der Ferne unerwartet.

Sekunden spĂ€ter ereigneten sich mehrere Detonationen mittschiffs, die die 'Stavanger' zum Sinken brachten, und die Besatzung musste mit ihren Beibooten das Schiff evakuieren. Wenig spĂ€ter hatte sich der Nebel fast vollstĂ€ndig verzogen; um 5:03 Uhr wurden die 34 Überlebenden (von insgesamt 41 Besatzungsmitgliedern) von der 'Thor' gerettet, die durch den LĂ€rm der Detonationen alarmiert worden war. Aus dem Logbuch der Thor ist zu entnehmen, dass sie nie die FunksprĂŒche der 'Stavanger' empfing.

Seit dieser ersten Begegnung ereigneten sich mehrere VorfĂ€lle in einem 50 x 50 km Quadrat um dieses Areal, die allesamt nach demselben Muster abliefen. Seitdem die Meeresforschungsorganisation der Nordsee-KĂŒstenstaaten (M.O.N.K.) im Jahr 1974 auf die Versenkung eines Öltankers in dem Gebiet aufmerksam wurde, wird es konstant von Schiffen der M.O.N.K. ĂŒberwacht. Zudem sorgen Agenten in grĂ¶ĂŸeren Reedereien und der Norwegischen KĂŒstenwache dafĂŒr, dass Schiffe andere Routen nehmen. Begegnungen zwischen den EntitĂ€ten und M.O.N.K.-Schiffen ging die Organisation bisher allerdings gezielt aus dem Weg.

Beschreibung: "JW-34" und "DE-229" bezeichnen mehrere EntitĂ€ten, die sich offenbar als Schiffe manifestieren. Diese Manifestationen ereignen sich in einem 50 x 50 Kilometer großen Radius um die Koordinaten 62°50'43.9"N 1°38'26.4"W im EuropĂ€ischen Nordmeer.

Bei der EntitĂ€t "DE-229" handelt es sich um einen Geleitzerstörer (auf Englisch 'Destroyer Escort') der Buckley-Klasse der US-Marine aus dem Zweiten Weltkrieg. Sie ist 93 Meter lang, 11 Meter breit und kann eine Geschwindigkeit von circa 25 Knoten erreichen. Anhand ihrer Silhouette wird angenommen, dass sie Ă€ußerlich komplett identisch mit den nicht-anomalen Schiffen der Buckley-Klasse ist.

Es sind keine verlĂ€sslichen Daten ĂŒber die restlichen EntitĂ€ten, "JW-34", bekannt, außer dass sie sich mit rund 8 Knoten nach Nordosten bewegen, wĂ€hrend sie manifestiert sind. Es besteht die hohe Wahrscheinlichkeit, dass es sich um Manifestationen von Schiffen des alliierten Konvois JW-34 handelt, der im November 1943 zwischen 250 und 400 Kilometern nordwestlich von Bergen durch ein U-Bootrudel und mehrere Zerstörer der Kriegsmarine abgefangen und vollstĂ€ndig aufgerieben wurde. Dem Konvoi, der als Ziel Murmansk hatte, war der Geleitzerstörer DE-229, ein Schiff der Buckley-Klasse, zugeteilt.

Die EntitĂ€ten manifestierten sich in allen FĂ€llen im November jedes Jahres. Ihre PrĂ€senz wird angeblich durch dicken, undurchdringlichen Nebel in einem Radius von 5 Kilometern um sie herum angezeigt. Dieser Nebel dient laut Berichten von Schiffen, die ihm entkommen sind, als Aktionsradius der EntitĂ€ten; er bildet zudem eine stark ionisierte HĂŒlle um das Areal, was keinerlei Funkkommunikation zulĂ€sst. Kurz bevor sich der Nebel bildet, wird ein unentzifferbarer Funkspruch in diesem 5-Kilometer-Radius ausgestrahlt.

Den Black Boxes aller mit Radar ausgestatteten gesunkenen Schiffe ist zu entnehmen, dass sowohl JW-34 als auch DE-229 normale Radarsignaturen aufweisen, allerdings hatte keines der jeweils in Reichweite des Areals sich befindlichen Schiffe Radarkontakte, die den EntitÀten entsprÀchen.

WĂ€hrend sich die restlichen EntitĂ€ten komplett passiv verhalten, zeigt DE-229 ein extrem aggressives Verhalten gegenĂŒber anderen Schiffen und grĂ¶ĂŸeren Objekten innerhalb des Nebels. Wenn sich ein solches innerhalb des Nebels befindet, wird DE-229 sich zunĂ€chst mit Höchstgeschwindigkeit auf dieses zubewegen. Sobald es sich auf eine Entfernung von weniger als 500 Metern heranbewegt hat, wird DE-229 beginnen, das Ziel anzugreifen, und nicht ablassen, bis es versenkt ist oder den Nebel verlassen hat.

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