Die Ijiraq

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Illustration eines Ijiraq
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"Oh, child, do not look so startled
to see your dear old uncle!"
Artwork by Sammy Torres

EntitÀt / Titel: Ijiraq

Hintergrund: Der Ijiraq ist eine aus der Inuit-Mythologie stammende, spirituelle Kreatur. In Legenden und Sagen der Inuit, werden die Ijiraq als sog. Gestaltenwandler beschrieben. Oft erscheinen diese in der Form von Karibus.
Obwohl sie in ihrer "wahren Form"1 fĂŒr das bloße Auge unsichtbar sind, können sie von Schamanen und Menschen mit Ă€hnlichen WahrnehmungsfĂ€higkeiten gesehen werden.

Die Ijiraq entfĂŒhren oft Kinder, welche sie anschließend in abgelegenen Gegenden aussetzen und dort zurĂŒck lassen. Vorallem Ă€ngstliche, feige und schĂŒchterne Menschen sind das bevorzugte Ziel der Ijiraq. Durch sogenannte Inkusugaq oder Inuksuk2 aus Stein, sollen die Kinder jedoch wieder in der Lage sein, den Weg zurĂŒck nach Hause zu finden.

Es wird gesagt, dass die Ijiraq in zwei Welten gleichzeitig existieren. Die Legende erzĂ€hlt von Menschen, die zu weit in den Norden gegangen sind und zwischen der Welt der Lebenden und die der Toten gefangen waren. Die Heimat der Ijiraq ist ein verfluchtes Land, in dem selbst die erfahrensten Reisenden verloren gehen und Trugbilder entstehen, die dazu fĂŒhren, dass die Menschen zunehmend in Panik geraten. Die wenigen, die eine Begegnung mit einem Ijiraq ĂŒberlebten, können keine Details mehr nennen, da sie diejenigen vergessen lassen, die sie leben lassen.

Beschreibung: Da es sich bei dem Ijiraq um ein spirituelles Wesen handelt, ist dieser in seiner natĂŒrlichen Form, in der physischen Welt unsichtbar. Als Gestaltenwandler ist er jedoch in der Lage, seine Erscheinung auch in eine physische-Form zu wechseln. Nach Belieben kann der Ijiraq das Aussehen eines Karibus, eines Menschen-Karibus-Hybriden oder eine abgewandelte Form einer verfĂ€rbten oder monströsen Version eines Karibus annehmen.

Die Ijiraq sollen in ihrer spirituellen und "wahren Form" zufolge, aussehen wie gewöhnliche Menschen. Jedoch sollen sich ihre Augen und ihr Mund in LĂ€ngsrichtung befinden, so dass sie „seitwĂ€rts blinken“.
Schamanen zufolge, tragen sie Kleidung aus der Haut von Karibu (und ihre Frauen tragen Kleidung aus der weißen Haut des Karibu-Unterbauchs). Sie leben in HĂ€usern in den HĂŒgeln, die so gestaltet sind, dass sie sehr kompliziert und beeindruckend aussehen.

„Ijirait gibt es nicht nur in Geschichten. Vor nicht allzu langer Zeit, als ich mich auf den Weg von Tikirarjuaq (Walbucht) machte, sah ich einen Ijiraq in Form eines Bullenkaribus. So etwas habe ich seitdem noch nie gesehen. Dies ist der besondere Grund, warum ich denke, dass sie immer noch da draußen sind. Das Bullenkaribus, das ich sah, hatte ein großes Geweih. Sie waren so: Die Enden des Geweihs breiteten sich nicht aus. Sie waren einfach so unten. Ich habe es von weitem gesehen. Es aß und war sehr vorsichtig, weil es Angst hatte. Das habe ich erlebt. Ich beobachtete es aus der Ferne durch ein Zielfernrohr. Das ist ein Grund, warum ich ĂŒberzeugt bin, dass sie immer noch da draußen sind. Kurz danach rannte mein Sohn, mein Adoptivsohn, von diesem bestimmten Karibus in ungefĂ€hr demselben Gebiet weg, in dem ich es gesehen hatte. “
-M. Aupilaarjuk in Mc Dermott, 2015.

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